Interview „Sprache lernen ----- aber wie ???“

 

Frau Kloes, Sie sagten, dass Kinder sprechen wollen. Meinen Sie nicht, es müsste heißen: sollen?

In meiner Arbeit erfahre ich täglich wie vielfältig Kinder ihr Bedürfnis nach sprachlichem Austausch ausdrücken und wie „versteckt“ sie oft ihren Wunsch nach Kommunikation mitteilen. Dieser wird ja nicht direkt in Worte gefasst, und so kann er sogar den engsten Bezugspersonen verborgen bleiben. Die Sprachtherapeutin kann die nicht-sprachlichen Mitteilungen „lesen“ und darauf adäquat reagieren. Nur so entsteht ein Dialog.

 

Welche Sorgen haben Eltern, die Ihre Praxis aufsuchen?

Eltern und Pädagogen sind überaus sensibel dafür, wenn es um länger anhaltende Sprachauffälligkeiten geht. Über die Bausteine der kindlichen Sprachentwicklung sind sie meist sehr gut informiert. Ich unterstütze Eltern dabei, nach praktikablen Alltagslösungen für die Sprachverbesserung ihres Kindes zu suchen; und ich bin immer wieder überrascht, wie einfallsreich sie die von mir gegebenen Hilfen modifizieren.

 

Ist es wichtig, dass Eltern an den Stunden teilnehmen?

Meine Antwort ist uneingeschränkt „JA“ bei Kindern, die eine KiTa besuchen. Denn nur so fühlt es sich geborgen und wagt neue Schritte. Das Erlernen von Mundbewegungen, von Wortschatz, Grammatik und Satzbau ist ein sehr sensibles Gebiet, zu dessen Unterstützung sich Eltern von mir geeignete Lernmethoden abschauen können.

 

Welche Eigenschaften muss eine gute Therapeutin besitzen?

In meinem Beruf ist es außerordentlich wichtig, Kenntnisse über Emotions- und Lernverhalten von Kindern und Jugendlichen zu besitzen. Eine Therapeutin muss Einfühlungsvermögen für kindliche Konfliktsituationen besitzen und Empathie für seine Eltern empfinden. Und vor allem: Sie muss unparteiisch bleiben. Durch meine frühere Tätigkeit als Heilpädagogin weiß ich, wie sich Sprache und emotionale Befindlichkeit wechselseitig beeinflussen. Das Erlernen von neuen Sprachmustern muss mit angenehmen Gefühlen verbunden sein, es soll Spaß machen.                                                             

 

 Frau Kloes, wir danken Ihnen für das Gespräch.